Feierlicher Schuljahresabschluss im Generalkonsulat der Republik Polen in Köln für SchülerInnen und aus
Nordrhein-Westfalen und Hessen
Zehn Jahre Lernen, die ein Leben prägen
Feierlicher Schuljahresabschluss im Generalkonsulat der Republik Polen in Köln für SchülerInnen und aus
Nordrhein-Westfalen und Hessen
Zehn Jahre Schulzeit, Hunderte von Stunden, die mit dem Polnischen, der Geschichte und der Kultur des
Heimatlandes verbracht wurden, sowie unzählige Begegnungen mit Lehrkräften, die dabei halfen, das Land der
eigenen Wurzeln zu entdecken. Am Sonntag war der Moment im Generalkonsulat der Republik Polen in Köln
gekommen, diesen außergewöhnlichen Weg Revue passieren zu lassen.
Während der feierlichen Abschlussfeier des Schuljahres nahmen die AbsolventInnen der neunten und zehnten
Klassen jener Schulen, an denen Polnisch als Herkunftssprache unterrichtet wird, Glückwünsche, Auszeichnungen
und Dankesworte für ihre jahrelange beharrliche Arbeit entgegen. Veranstalter war der Verein der Polnischlehrer und
Pädagogen e. V. (ZNiPJP), dessen Vorsitzende, Liliana Barejko-Knops die Vorbereitung und den Ablauf der Veranstaltung betreute. An der Feier nahmen über 100 Personen teil – SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen und geladene Gäste.

Die Veranstaltung beehrte mit seiner Anwesenheit der polnische Konsul Bartłomiej Książek. An der Feier nahmen
SchülerInnen zusammen mit ihren LehrerInnen aus Schulen in Köln, Euskirchen, Darmstadt, Pfungstadt, Bergisch
Gladbach, Düsseldorf und Dortmund teil. Für viele AbsolventInnen war dies ein besonderer Tag, der eine zehnjährige
Etappe des Lernens der polnischen Sprache als Herkunftssprache und der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen
krönte.
Die Feier begann mit der Begrüßung der Gäste durch Liliana Barejko-Knops. In ihrer Ansprache dankte sie dem
Generalkonsulat der Republik Polen in Köln für die langjährige Unterstützung der Bildungsarbeit und Aktivitäten der im
Ausland lebenden Polen.
– Seit 1997 dürfen wir die repräsentativen Räumlichkeiten des Generalkonsulats der Republik Polen in Köln nutzen.
Wir bedanken uns nicht nur für die Gastfreundschaft, sondern auch für die Unterstützung unserer Schulprojekte und
für die Hilfe bei unseren Aktivitäten zur Förderung des Polnischunterrichts in Deutschland – betonte sie.
In ihrer Ansprache an die AbsolventInnen erinnerte sie daran, welch wichtigen Weg sie während ihrer Lernjahre
zurückgelegt haben.
– Ihr schließt eine wichtige Etappe eures Weges ab – zehn Jahre Polnischunterricht. Das sind zehn Jahre Arbeit und
des Ringens mit Grammatik und Rechtschreibung, aber auch zehn Jahre der Begegnung mit der Literatur,
Geschichte, Geografie und Kultur Polens. Es sind auch Jahre der Mitwirkung an vielen Schulprojekten und
Bildungsreisen nach Polen – sagte sie.
Besondere Emotionen lösten die Worte aus, die sich auf die Bedeutung der Muttersprache im Leben junger
Menschen bezogen.
– Karl Dedecius sagte: „Die Muttersprache ist das Zuhause, in dem unsere Erinnerung wohnt.“ In all den Jahren habt
ihr genau ein solches Zuhause aufgebaut. Ein Zuhause, das auf Wissen, Familiengeschichten und eigenen
Erfahrungen beruht. Dieses Zuhause wird euch euer ganzes Leben lang begleiten, ganz gleich, wohin euch die
Zukunft führen wird. Die Muttersprache ist ein Zuhause, das wir in uns tragen, in unseren Herzen – wo auch immer wir
sind“, fasste die Vorsitzende zusammen.

Anschließend ergriff der polnische Konsul Bartłomiej Książek das Wort, gratulierte den SchülerInnen zu ihren erzielten
Ergebnissen und betonte die Bedeutung des Polnischlernens sowie der Pflege der Verbindung zur polnischen Kultur
und Tradition.
Ein wichtiger Programmpunkt stellten die Präsentationen dar, die die SchülerInnen im Rahmen eines Projekts zu
Andrzej Wajda vorbereitet hatten. Die diesjährige Feier stand ganz im Zeichen des Andrzej-Wajda-Jahres, das
anlässlich des 100. Geburtstags des herausragenden Regisseurs ausgerufen wurde. Die Jugendlichen stellten den
Anwesenden seine Person, sein künstlerisches Werk sowie seinen Einfluss auf die polnische Kultur und die weltweite
Filmkunst vor. Ihre Projekte präsentierten unter anderem Zosia Pyszny, Athina Binder, Liliana Wasilewska, Alessia
Marinaro und Max Grabiec.
Das reichhaltige künstlerische Programm bescherte den TeilnehmerInnen viele unvergessliche Eindrücke. Die Feier
wurde durch einen Klavierauftritt von Nadia Borkowska bereichert, die das Stück „Ballade pour Adeline“ vortrug. Viel
Beifall erhielt auch Lilia Wasilewska für ihre Darbietung der Lieder „Nic dwa razy się nie zdarza“ und „Nie bój się
chcieć“. Max Salomonski wiederum präsentierte auf der Gitarre das Stück „Serenata“.



Ein besonderer Programmpunkt waren die Auftritte der Folkloristischen Tanz- und Trachtengruppe Wiselka e. V. aus
Dortmund. Die jungen TänzerInnen führten eine Polonaise und einen Kujawiak auf und erinnerten damit an den
Reichtum der polnischen Tradition und Kultur. Ihr Auftritt wurde mit tosendem Applaus belohnt und stieß beim
Publikum auf große Anerkennung.
Einer der wichtigsten Momente der Veranstaltung war die Preisverleihung an die SchülerInnen sowie die
Danksagungen an die LehrerInnen. Alle Schüler erhielten Bücher, die vom Generalkonsulat der Republik Polen in
Köln gestiftet wurden, als Ausdruck der Anerkennung für ihre langjährige Arbeit, ihre Ausdauer und ihr Engagement.
Für viele Absolventen war dies der Abschluss eines zehnjährigen Bildungsweges, der mit dem erfolgreichen Bestehen
der Prüfungen endete.
Den LehrerInnen wurden Blumen überreicht, um ihnen für ihren täglichen Einsatz, ihre Leidenschaft und ihr
Engagement in der Arbeit mit den Jugendlichen zu danken. Es war auch ein Moment, um all jenen Menschen Dank
auszusprechen, die die SchülerInnen über die Jahre hinweg auf ihrem Bildungsweg unterstützt haben.





Auch die Momente des Abschieds von den TeilnehmerInnen hatten einen besonderen Charakter. Erinnerungen an die
gemeinsam verbrachten Jahre, Dankesworte an die LehrerInnen und das Bewusstsein, dass eine wichtige Etappe der
Ausbildung zu Ende geht, regten zum Nachdenken an. Obwohl es während der Feierlichkeiten nicht an Lächeln und
Freude über die erzielten Erfolge mangelte, traten einigen TeilnehmerInnen Tränen in die Augen, als sie an die
gemeinsam verbrachten Jahre und an das neue Kapitel dachten, das nun im Leben dieser jungen Menschen beginnt.
Nach dem offiziellen Teil führte „Wisełka“ die Teilnehmer zu gemeinsamen Erinnerungsfotos. Es war ein besonderer
Moment, der diesen wichtigen Tag krönte und so dazu beitragen wird, die Erinnerungen für viele Jahre zu bewahren.

Anschließend wurden die TeilnehmerInnen zu einem Imbiss eingeladen, der vom Generalkonsulat der Republik Polen
in Köln gesponsert wurde. Das Beisammensein am Tisch bot Gelegenheit für Gespräche, Erinnerungen und das
Teilen der Freude über erreichte Erfolge in einer herzlichen und familiären Atmosphäre.
Als die Gespräche beendet waren und die letzten Erinnerungsfotos gemacht wurden, verließen die TeilnehmerInnen
das Konsulat mit dem Gefühl, ihre Aufgabe gut gemeistert zu haben. Für die AbsolventInnen war dies das Ende einer
Etappe, aber auch der Beginn eines neuen Weges. Zehn Jahre lang die polnische Sprache als Herkunftssprache zu
lernen und die Geschichte sowie Kultur der Heimat kennenzulernen, hinterlassen Spuren, die die AbsolventInnen mit
Sicherheit ein Leben lang begleiten werden. Denn – wie Liliana Barejko-Knops während der Feier erinnerte – die
Muttersprache ist ein Zuhause, dass wir in uns tragen, wohin wir auch gehen.
Text: Zofia Dawidowska
Fotos: Anna Rudz und Artur Cholewinski
Publikation in Einverständnis der Autoren


